In dieser Beitragsreihe stellen wir Ihnen das Projektkonsortium WärmewendeNordwest etwas genauer vor: Welche fachliche Expertise bringen die einzelnen Partnerinnen und Partner mit? Was ist ihre Rolle im Projekt? Wie reflektieren sie die Bedeutung von WärmewendeNordwest für ihr Arbeitsgebiet und für die Region? Hier finden Sie Antworten und Ihre Ansprechpartner*innen.

 

Was sollten wir zur Hochschule Bremen wissen?

Die HSB leistet seit mehr als 50 Jahren als zweitgrößte wissenschaftliche Einrichtung des Landes mit ihrem bundesweit hoch anerkannten spezifischen und für das Land Bremen und im Nordwesten einmaligen Profil (Praxisorientierung + Internationalität + Lebenslanges Lernen) einen pass- und bedarfsbezogenen Beitrag zur Fachkräftesicherung und Innovationsförderung der bremischen Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft und damit zu den politischen Zielen der Standortentwicklung.

An der HSB gibt es bei den mehr als 600 Mitarbeitenden und knapp 9.000 Studierenden ein hohes Bewusstsein und Engagement für das Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Ein besonderes Anliegen ist es, Studierende direkt in Forschungsprojekte zu integrieren (Projekte, Seminare, Abschlussarbeiten).

 

Woran arbeitet ihr konkret im Projekt?

Im Arbeitspaket der Hochschule Bremen werden zwei Ebenen betrachtet: eine stadtweite und eine quartiersbezogene Ebene. Auf stadtweiter Ebene wird das Themenfeld Wärme aus Abwasser betrachtet. Die Wärmequelle kann ein Baustein darstellen, um vorhandene Fern- und Nahwärmenetze klimaneutral(er) zu gestalten und somit die Transformation der Wärmenetze zu unterstützen. Zu dem Thema läuft u.a. aktuell eine Masterarbeit in Kooperation mit der hanseWasser Bremen GmbH. Am Beispiel der Bremer Neustadt und Neu-Schwachhausen wird ein Workflow etabliert, der es ermöglicht, Wärmepotentiale für eine weitere Simulation nutzen zu können. Hierzu werden das Solarkataster (PV und Solarthermie), Wärme aus Abwasser, Geothermie-Datensätze etc. so aufbereitet und Schnittstellen zugeführt. Die Bereiche eignen sich im besonderen Maße, da sie sehr heterogene Bebauungs-, Versorgungs- und Nutzungsstrukturen, sowie einige städtebauliche Projekte aufweisen. Es handelt sich somit um urbane Bereiche mit einem hohen Übertragbarkeitspotential, da hier verschiedene Versorgungsoptionen gerechnet werden können. Zusätzlich wurde in Kooperation mit weiteren Partnern eine Methode zur Identifikation Eignungsbereichen für Wärmeversorgungsoptionen am Beispiel Bremens erarbeitet, publiziert und als open source Anwendung zur Verfügung gestellt. Das Ergebnis kann hier eingesehen werden: https://t1p.de/waermeplanung-modell

 

Welchen Beitrag leistet ihr durch eure Arbeit, um die Klimaziele erreichen zu können?

 

Die kommunale Wärmeplanung ist ein junger und zugleich komplexer Prozess, bei dem viele Ebenen und Akteure involviert sind. Unsere Arbeit an der Hochschule Bremen versucht einen Beitrag zu leisten, in dem ein strukturiertes und transparentes Vorgehen bei der Ermittlung von Potentialen erarbeitet wird, das für die strategische Planungsebene passend ist. Somit werden Leitplanken für die nachfolgende Detailplanung erstellt und gleichzeitig wird die kommunale Wärmeplanung entlastet und fokussiert. Die enge Kooperation mit Bremer Akteuren der Wärmeplanung ermöglicht ein schnelleres, wechselseitiges Lernen. Nicht nur der Wissenstransfer steht hierbei im Vordergrund. Da Studierende eng mit der kommunalen Wärmeplanung in Berührung kommen, können wir sie für das Themenfeld auch für ihre berufliche Karriere begeistern, so dass wir aus dem Projekt heraus einen Beitrag zur Deckung des dringend erforderlichen Fachkräftebedarfs in Bremen und darüber hinaus leisten.