Am 30.06.2023 fand die Veranstaltungsreihe wärme:tauscher zum dritten Mal im Rahmen der OLEC Energy Week statt. Dabei stand das Thema „Kommunale Wärmeplanung gemeinsam vorantreiben“ im Mittelpunkt.

Die Erreichung der Treibhausgasneutralität im Jahr 2045 in Deutschland erfordert als zentralen Bestandteil die energetische Neuausrichtung der Wärmeversorgung von Gebäuden hin zu erneuerbaren Energien. In diesem komplexen Transformationsprozess spielt die kommunale Wärmeplanung eine wichtige Rolle, um einen Handlungsrahmen zu bieten. Besonders Kommunen nehmen bei der Wärmewende aufgrund ihrer Planungshoheit, ihres Zugangs zu Gebäudedaten sowie ihrer Kontrolle über Wegerechte und Infrastruktur eine Schlüsselposition ein. Dabei stellt das Niedersächsische Gesetz zur Förderung des Klimaschutzes und zur Minderung der Folgen des Klimawandels (NKlimaG) den kommunalen Akteuren konkrete Vorgaben für die Umsetzung der Wärmeplanung bereit.

Doch wie können Kommunen die Wärmewende vor Ort umsetzen? Welche Wege müssen geebnet werden, um quartiersbezogene Ansätze zur verstärkten Nutzung von Wärmepumpen im Bestand oder den Bau von Wärmenetzen als Werkzeug zur Wärmeverteilung zu fördern? Welche technologischen Ansätze in der Planung und Umsetzung der Wärmewende können unterstützen? Welche tragende Rolle könnten (Wärme-)Genossenschaften hierbei einnehmen?

 

Es ist Zeit, um die Wärmewende voranzutreiben!

Alle Teilnehmenden und Referent:innen des dritten wärme:tauscher Events waren sich einig: Jetzt ist der Zeitpunkt, um die Wärmewende gemeinsam voranzutreiben! Nach einem Mittagsimbiss wurden die rund 70 Teilnehmenden von Florian Grubitzsch, Projektmanager bei OLEC begrüßt und die Thematik der kommunalen Wärmeplanung eingeführt. Anschließend stellte Patrick Nestler, von der Klimaschutz – & Energieagentur Niedersachsen (KEAN), die gesetzlichen Vorgaben zur kommunalen Wärmeplanung in Niedersachsen vor und gab einen Überblick zu Förderprogrammen und Hilfsangeboten. Darüber hinaus gab er hilfreiche Tipps an die im Saal vertretenden Kommunen weiter und verwies auf die Unterstützungsmöglichkeiten der KEAN, die unter anderem einen Leitfaden zur kommunalen Wärmeplanung mit an die Hand gibt.

Technischer wurde es dann mit Prof. Sascha Koch und Moritz Elbeshausen von der Jade Hochschule, die gemeinsam die Wärmeleitplanung Nordwest am Beispiel der Ortschaft Edewecht präsentierten. In einer Live-Demonstration des durch die Arbeitsgruppe entwickelten Tools wurden den interessierten Teilnehmenden Einblicke in die technischen Unterstützungsmöglichkeiten bei der Wärmeplanung gegeben.

Die Klimaschutzmanagerin der Stadt Verden, Lisa Pischke, beleuchtete im dritten Impuls den Weg hin zur kommunalen Wärmeplanung in der Stadt an der Aller. Dabei sprach sie über die Herausforderungen in dem Prozess und teilte ihre Lessons Learned mit den Zuhörenden. Unter anderem betonte sie, dass Wärmeplanung nicht an den Gemeindegrenzen aufhört und plädierte daher dafür, eine kommunenübergreifende Zusammenarbeit zu fördern und proaktiv mit den Beteiligten – auch Bürgerinnen und Bürgern – in den Austausch zu gehen.

Im letzten Vortrag des Tages blieb es praxis-orientiert. Ganz nach dem Motto: „Waffeln für die Wärmewende“ berichtete der ehemaligen Bürgermeister des Ortsteils Venne im Landkreis Osnabrück von der Abwärmenutzung der anliegenden Waffel-Produktion für die Wärmeversorgung der Ortschaft. Dabei ging Rainer Ellermann auf die genossenschaftliche Umsetzung und den Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger ein. Er teilte seine Erfahrungen bei der Gründung und dem Betrieb der Genossenschaft und nannte Erfolgsfaktoren aber auch Schwierigkeiten, die bei dieser Organisationsform zu berücksichtigen sind. Dass die Venner Energie EG ein Erfolg wurde hängt seiner Aussage nach vom Engagement der vielen Unterstützerinnen und Unterstützer ab.

Im Anschluss war es Zeit für die aktive Beteiligung der Teilnehmenden, die im Rahmen des Worldcafé Formats zu vier Themenbereichen diskutieren konnten. So wurden die Teilbereiche „Planung und Organisation“ sowie die „Digitalisierung“ der Wärmeplanung an zwei Tischen beleuchtet. In zwei weiteren Runden wurde der „Handlungsrahmen“ sowie die beteiligten „Akteure“ im Prozess der Kommunalen Wärmeplanung betrachtet. Angeregt wurde in den Gruppen zu Lösungsansätzen und den Möglichkeiten zur Implementierung in den Kommunen diskutiert.

 

Fazit der Veranstaltung

Die Ergebnisse wurden abschließend dem Plenum vorgestellt und die Veranstaltung schlussendlich mit einem kurzen Wrap-Up zusammengefasst und beendet, sodass alle in ihr wohlverdientes Wochenende mit vielem neuen Eindrücken zur kommunalen Wärmeplanung starten konnten.